Elektronische Fußdruckmessung / Pedographie

Im Gegensatz zur Laufbandanalyse werden bei der Pedographie bzw. Pedobarographie die auftretenden Kräfte direkt unter der Fußsohle gemessen. Vielfach stehen Fragen bezüglich der Veränderung des Fußgewölbes, des Abrollverhaltens bei orthopädisch-chirurgischen Indikationen und den Auswirkungen muskulärer Schwächen im Blickpunkt des Interesses. Auch das klinische Bild des diabetischen Fußes ist Gegenstand der plantaren Druckverteilungsmessung.

Dieses elektronische Messverfahren ist mittlerweile eine anerkannte Methode in der Orthopädieschuhtechnik und hat im Laufe der letzten 15 Jahre in der klinischen und biomechanischen Erforschung der unteren Extremität einen immer größeren Stellenwert eingenommen. Zu Anfang häufig als "Show" verschrien, liefern die neuesten Systeme in kürzester Zeit objektive und aussagekräftige Daten zur Druckbelastung unter dem Fuß.

Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden wie dem Blauabdruck oder dem Trittschaum können mittels elektronischer Pedographiesysteme nicht nur die statische plantare Belastung des Fußes im Stehen, sondern auch die dynamische Belastungsverteilung während des Gehens erfasst werden.

Anhand der Pedographie sind wir in der Lage, die auf den Fuß unmittelbar einwirkende vertikale Bodenreaktionskraft lokal aufzulösen und zeitlich und quantitativ einzelnen Fußregionen oder Fußskelettstrukturen zuzuordnen.

Druckmessplatte

Sie wird zur Barfußmessung verwendet und erlaubt eine neutrale, objektive und gut wiederholbare Beurteilung der Fußfunktionen während des Bodenkontaktes unter dynamischen Belastungsbedingungen - ohne Beeinflussung durch Schuhe.

trittsensor
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8 Regionen des Fußes

Generell stehen bei der Auswertung der Messverfahren acht Regionen des Fußes im Zentrum des Interesses. Dazu gehören die anatomischen Punkte der Ferse, des Fußgewölbes, der Mittelfußköpfchen und der Großzehe.

Untersuchungen zeigen, dass sich das plantare Druckverteilungsmuster im Stand von dem des Ganges erheblich unterscheidet. Die Druckspitzen im Stehen fallen sehr viel kleiner aus und treten bei einer gesunden Fußanatomie unter der Ferse, dem 4./5. Mittelfußkopf und dem Grundgelenk der Großzehe auf.

Beim Abrollvorgang treten in Abhängigkeit von der Ganggeschwindigkeit weit höhere Belastungen auf. Hier erfahren die Ferse und der 2. und 3. Mittelfußkopf die größte Belastung.

Weiterhin ist die Kenntnis über den Verlauf der Ganglinien für klinische Fragestellungen nicht unerheblich. Weist dieser eine Medialisierung, Lateralisierung oder einen Bruch des charakteristischen Verlaufs (Instabilität) auf, können Überlastungsbeschwerden an Ansatzstellen von Sehnen und Bändern auftreten, Knorpelflächen einer frühzeitigen Alterung unterliegen und physiologische muskuläre Dysbalancen entstehen.

Diese Veränderungen machen sich nicht nur im Bereich des Fußes bemerkbar, sondern können auch in anderen Gelenken des Bewegungsapparates (Sprunggelenk, Knie, Hüfte, Wirbelsäule) zu krankhaften Veränderungen führen.

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